70 Jahre Luftwaffe
Die Luftwaffe feiert ihr 70-jähriges Bestehen
Seit der Gründung der Bundeswehr 1955 arbeitete Dornier eng mit den deutschen Streitkräften zusammen. Die 1956 gegründete Luftwaffe nutzte über Jahrzehnte hinweg Technologie von Dornier.
Umgekehrt war die Luftwaffe ein entscheidender Impulsgeber für die Diversifizierung des einst reinen Luftfahrtunternehmens, hin zu einem multioperationalen europäischen Technologiekonzern.
Dornier entwickelte die Kurzstarter Do 27, Do 28 und Do 28 D2 SkyServant. Diese kamen für die Bundeswehr als Verbuíndungsflugzeuge zum Einsatz und bildeten den gesamten Bestand dieser Flugzeugklasse, der historisch für die bundesdeutsche Luftwaffe im Dienst war.
Als deutsch-französisches Gemeinschaftsprojekt entwickelte Dornier zusammen mit Dassault-Aviation den Alpha Jet. Ab 1979 wurde der Alpha Jet als Schulungsflugzeug bei der Luftwaffe eingesetzt. Bis 2021 wurde das zweistrahlige Erdkampflugzeug zur Ausbildung von Piloten genutzt.
Die Firma von Bodensee produzierte den Kampfjet Fiat G.91 und den Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D auf Lizenz. Der „Gina“ genannte Kampfjet wurde zu einem Dauerbrenner der Luftwaffe und wurde von der Arbeitsgemeinschaft „Süd 91“ mit Heinkel, ATG und Messerschmitt gebaut. Der aus den USA stammende, als „Huey“ bekannte Hubschrauber war bei der Luftwaffe nie in Kampfeinsätzen involviert, wurde jedoch für den Such- und Rettungsdienst (SAR) sowie bei der Katastrophenhilfe eingesetzt.
Neben den Flugmaschinen stellte die Dornier System GmbH eine Bandbreite an Produkten aus dem Bereich der Verteidigungstechnik für die deutsche Luftwaffe her. Dazu gehören Fliegerfäuste, Drohnen und Flugabwehrsysteme. Besonders bedeutsam waren für Dornier die Schleppkörper-Systeme, die als Zieldarstellung für die Ausbildung der Flugabwehr genutzt wurden.
Wir blicken zurück auf eine langjährige Partnerschaft.
Objekte aus dieser Sammlung (7)
DATS 3 (SK 10) Broschüre
Das Dornier Aerial Target System (DATS 3) wurde von 1970 bis 1985 entwickelt und von der Luftwaffe als Schleppkörper zur realitätsnahen Flugzieldarstellung im Truppentraining eingesetzt. Da das System direkt an einem bemannten Trägerflugzeug montiert wurde, zählt es zu den bemannten Flugabwehrsystemen von Dornier.
Broschüre HOS Hochgeschwindigkeits-Schleppsystem
Ein bedeutender Geschäftsbereich von Dornier war die Entwicklung und Produktion von Target Systems beziehungsweise Zieldarstellungssystemen. Diese sogenannten Schleppkörper dienten dazu, Luftziele für Ausbildungs- und Übungszwecke zu simulieren. Sowohl Boden- als auch Luftstreitkräfte nutzten sie, um den Einsatz ihrer Waffensysteme unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Da die Schleppkörper bei den Übungen häufig beschädigt oder zerstört wurden, mussten sie regelmäßig ersetzt werden. Die erforderliche Neuproduktion der Schleppkörper machten den Geschäftsbereich für Dornier System wirtschaftlich besonders erfolgreich.
Mission Planing System
Dornier entwarf Missionsplanungssysteme für alle drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr – Heer, Marine und Luftwaffe. In dieser Broschüre bewirbt Dornier Lösungen und Kontrollsysteme für das Luftwaffenmaterial Afa, Diplas beim Tornardo, die Phantom II und den Alpha Jet.
Do 31 beim Start
Die Do 31 war der weltweit einzige strahlgetriebene VTOL-Transporter (Vertical Take-Off and Landing) der Luftfahrtgeschichte. Der Senkrechtstarter wurde ursprünglich für die Luftwaffe entwickelt. Nachdem Dornier den Entwurf für einen senkrechtstartenden Transporter vorgelegt hatte, setzte sich der damalige Generalinspekteur der Luftwaffe trotz erheblicher Vorbehalte für dessen Realisierung ein. Die Do 31 war für den Transport von Truppen und Material direkt in Kampfgebiete vorgesehen. Zu einer Serienfertigung kam es jedoch nicht. Bereits 1963 leitete der neue Generalinspekteur Panitzki einen Kurswechsel ein und rückte die Luftwaffe von der bisherigen Ausrichtung auf VTOL-Flugzeuge ab. Das Entwicklungsprogramm wurde dennoch fortgeführt und die Do 31 stellte im Jahr 1969 mehrere Weltrekorde auf. Über die beiden Prototypen E-1 und E-3 hinaus wurde das Programm aber nicht weitergeführt. Bildcredits: Airbus Corporate Heritage
Aufkleber Alpha Jet
Der Alpha Jet wurde als deutsch-französisches Kooperationsprojekt von Dornier und Dassault Breguet gebaut. Bei der Luftwaffe wurde das leichte Kampfflugzeug von 1979 bis 2021 für Schulungs- und Ausbildungszwecke genutzt. Auf dem Aufkleber sind die Symbole von verschiedenen Luftwaffen aufgeführt, die den Alpha Jet nutzen: Deutschland, Frankreich, Spanien, Nigeria, Marokko, Togo, die Elfenbeinküste und Thailand.
Aufrisszeichnung Do 28 D2 SkyServant
Der Kurzstarter Do 28 D2 SkyServant wurde bei der Bundeswehr als Nachfolger der erfolgreichen Baumuster Do 27 und Do 28 eingesetzt. Als Verbindungsflugzeug diente sie zur Kommunikation und zum Transport zwischen den einzelnen Truppenteilen. Verbindungsaufgaben dieser Art werden heute in der Regel von Helikoptern übernommen. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Robustheit erhielt die SkyServant beim Heer den leicht spöttischen Spitznamen „Bauernadler“. Die Zeichnung entstammt einer französischen Fachzeitschrift. Darin wird das Flugzeug als „l’ADAC de Luftwaffe“ – der "ADAC der Luftwaffe" - bezeichnet.
Konstruktionszeichnungen des Tragwerks der Fiat G.91
Zwei deutsch-italienische Konstruktionszeichnungen zum Lizenzbau des Tragwerks und Flügel der Fiat G.91 bei Dornier.